Vom 26. bis 28. Februar 2027 schneiden wir in Dörverden im Landkreis Verden, im Aller-Weser-Dreieck südöstlich von Bremen. Der Einführungskurs vermittelt euch die Grundlagen des Jung- und Altbaumschnitts nach der Oeschberg-Methode und richtet sich an alle, die bisher wenig oder keine Erfahrung haben oder bereits Obstbäume schneiden und sich ein Bild vom Oeschbergschnitt machen möchten.
Ein Großteil der Bäume steht in einem Naturgarten der Hofgemeinschaft Stedorf. Gemeinsam mit dem Naturschutzverein „Aller Arten“ wurden hier viele Jungbäume gepflanzt, die von Beginn an nach Oeschberg erzogen wurden. Ihr schneidet also an Kronen, die bereits nach dem System aufgebaut sind, das ihr im Kurs kennenlernt. Beweidet werden die Wiesen von einer kleinen Herde Rauhwolliger Pommernschafe, dazwischen stehen die Bienen der Imkerei Apislazuli.
Dörverden ist einer der wichtigsten Kursorte unserer Baumwart*innen-Ausbildung Nord. Ab Januar 2027 lernt die Gruppe hier den Jungbaumschnitt, und in der Woche direkt vor eurem Kurs geht es im zweiten Block um den Umstellbaum, also um den Übergang vom Jung- zum Altbaum. Wer schon mal einen Blick darauf werfen möchte, ist herzlich eingeladen.
Theorie vorab
Die Theorie verlegen wir in eine vierstündige Online-Einheit vor dem Kurs, damit ihr in Dörverden möglichst viel Zeit am Baum habt. Wir schauen uns an, welche Kronenformen es im Obstbaumschnitt so gibt und warum die Oeschbergkrone aus unserer Sicht heutzutage einfach Sinn ergibt. Dazu kommen die Wuchsgesetze, der Lebenszyklus eines Obstbaums, die richtige Schnittführung für eine gute Wundheilung und die wichtigsten Handwerkstechniken. Den Termin für die Online-Einheit bekommt ihr per E-Mail.
Drei Tage, zwei Baumstadien
Merlin Kraft leitet den Kurs und schneidet am Freitagnachmittag einen Jungbaum vor, um an die Theorie anzuknüpfen. Welcher Ast wird zum Leitast und warum, wo planen wir Seitenäste ein und wer darf als Fruchtholz Blüte und Frucht tragen. Außerdem geht es um geeignetes Werkzeug, Arbeitssicherheit und das Arbeiten von der Leiter.
Am Samstag seid ihr dran. In kleinen Gruppen übernehmt ihr einen Jungbaum und trefft die Schnittentscheidungen unter Anleitung eigenständig. Am Nachmittag wechseln wir zum Altbaum, den wir euch zunächst vorschneiden. Am Sonntag arbeitet ihr in den Gruppen im Altbaum weiter. Dabei geht es um die Frage, ob ein Baum einen Erhaltungsschnitt benötigt oder nach langen Jahren ohne Pflege verjüngt werden muss, und darum, wie man Vitalität und Statik eines Baums einschätzt.
Was ihr mitnehmt
Ein Wochenende reicht nicht, um sicher durch jeden Baum zu kommen. Ihr fahrt aber mit einem Überblick über beide Baumstadien und einem Skript nach Hause, mit dem ihr euch Schritt für Schritt an eure eigenen Bäume herantasten könnt. Weil der Kurs Ende Februar liegt, bleibt euch bis zum Austrieb noch etwas Zeit, um das Gelernte im selben Winter anzuwenden.
Organisatorisches
Werkzeug und Leitern stellen wir. Um eure Verpflegung kümmert ihr euch bitte selbst. Den genauen Treffpunkt schicken wir euch vor dem Kurs per E-Mail. Mit der Regionalbahn kommt ihr bis zum Bahnhof Dörverden, von dort sind es knapp zwei Kilometer zu Fuß oder mit dem Rad. Unterkünfte in Dörverden, Westen und Verden sowie die Anfahrt mit dem Auto findet ihr auf der Übersichtsseite zum Kursort Dörverden. Alle Kursinhalte im Detail stehen auf der Übersichtsseite zum Einführungskurs Obstbaumschnitt.