Wilmars Gaerten, ein landwirtschaftlicher Betrieb in Märkisch Wilmersdorf ist ab der Saison 2026/27 neu als Kursstandort der Schule für Obstbaumpflege. Wir freuen uns sehr und hoffen, auch in Zukunft Obstbaumschnittkurse anbieten zu können.
Der Betrieb von Maria Giménez und ihrem Team liegt ca. 40 km südlich von Berlin und ist mit dem ÖPNV in ca. 1 Stunde und 15/20 Minuten vom Hauptbahnhof Berlin erreichbar.
Die Schule für Obstbaumpflege veranstaltet bundesweit Lehrgänge, Kurse und Seminare im Obstbaumschnitt und bietet zudem Weiterbildungen für Baumpfleger*innen sowie Fachkräfte aus dem Garten- und Landschaftsbau, Kommunen und Behörden an.
Sollten die Kurse in Trebbin/Märkisch Wilmersdorf für die aktuelle Kurssaison bereits vorbei sein, empfehlen wir einen Blick auf unsere Kursübersicht für Brandenburg & Berlin oder die Anmeldung zu unserem Newsletter, um frühzeitig über die Kurstermine der Saison 2027/28 informiert zu werden.
Alle wichtigen Infos für Teilnehmer*innen, die an einem Kurs in Trebbin/Märkisch Wilmersdorf bei Berlin teilnehmen.
Neben den Kursen hier vor Ort, bieten wir deutschlandweit viele weitere Kursformate an.
Bereits angesetzte Termine der Schule für Obstbaumpflege für Kurse in der aktuellen Kurssaison.
Maria Giménez, Gründerin von Wilmars Gaerten, und Marco Bartsch, Ausbilder für die Schule für Obstbaumpflege, kennen sich schon länger aus ihrer Zusammenarbeit im Agroforstbereich. Marco hat sich dann in der Kurssaison 2026/27 entschieden, einen ersten Intensivkurs Obstbaumschnitt auf dem landwirtschaftlichen Betrieb anzubieten. Das passt gut, weil Maria 2026 auch die Wilmars Gaerten Farm School ins Leben gerufen hat.
Bei der Farm School geht es um eine vollständige, praxisnahe Ausbildung im professionellen Marketgardening. Wilmars Gaerten ist dafür eine Partnerschaft mit dem Market Gardeners Institute im kanadischen Quebec eingegangen und ist Teil eines internationalen Verbunds von Pionierbetrieben. Die Marketgardening-Ausbildung läuft über eine komplette Saison von April bis Dezember, die Teilnehmenden leben und arbeiten ein Jahr lang auf dem Hof – Unterkunft gibt es vor Ort, Pendeln aus Berlin ist ebenfalls möglich. In den ruhigeren Wintermonaten geht es um Betriebsplanung, Anbauplanung, Betriebswirtschaft, Hofgestaltung und Vermarktung. Die Ausbildung ist für die Studierenden kostenfrei und wird über einen gemeinnützigen Verein finanziert, der eigens zur Förderung junger Landwirtinnen und Landwirte gegründet wurde. Wir kommen mit unseren Obstbaumschnittkursen an einen Ort, an dem die Wissensweitergabe zum Kern des Betriebs gehört.
Für unsere Obstbaumschnittkurse arbeiten wir mit den Teilnehmenden an den zahlreichen Obstbäumen von Wilmars Gaerten. Rund 600 Obst- und Nussbäume stehen hier, gepflanzt ab dem Winter 2017 mit Nachpflanzungen im Folgejahr. Sie stammen von einer regionalen Baumschule, die sich intensiver mit alten Sorten beschäftigt, und wurden ohne festes Schema gesetzt – bunt gemischt und in großer Bandbreite. Apfel, Birne, Kirsche und Pflaume bilden das Rückgrat, dazu kommen Walnuss, Esskastanie und vereinzelt Seltenheiten wie Hickory. Unterschiede im Anwenden der Schnitttechniken lassen sich nicht nur theoretisch erklären, sondern an den verschiedenen Arten unmittelbar zeigen.
Die Bäume stehen in einem Streuobst-Agroforstsystem, das im Keyline-Design entlang der Höhenlinien angelegt wurde. Eine Besonderheit ist der sukzessionale Ansatz: Zwischen den Obstbäumen wurden immer wieder Pioniergehölze wie Pappel, Weide oder Birke gepflanzt. Die sind inzwischen auch kräftig herangewachsen, und damit stellt sich eine Frage, die wir auch in Kursen mal durchdenken können: Wann und wie stark muss man in die Konkurrenz eingreifen, damit die Obstbäume ihre Kronen voll entwickeln können? Die Vitalität der Obstbäume ist unterschiedlich: Von sehr wüchsigen bis zu schwächelnden Bäumen ist alles vertreten, was eine gute Gelegenheit ist, gemeinsam zu erarbeiten, wie ich den Schnitt an die Vitalität einzelner Bäume anpassen muss.
Alle Bäume haben eine Tröpfchenbewässerung. Inzwischen wird auf dem Betrieb in der Regel nur mit Bewässerung gepflanzt. Zwischen den Gehölzstreifen liegt Grünland, das je nach Fläche auch zur Heugewinnung genutzt wird. Die Streifen liegen relativ eng beieinander und werden teils auch mit Rindern beweidet. Auch eine rotierende Beweidung mit mobilen Hühnerställen ist angedacht und teilweise erprobt. Die Flächen sind ausgesprochen artenreich, und wer im Sommer unterwegs ist, merkt sofort, wie alles um einen herum summt, lebt und krabbelt. Der Wert für die Tier- und Pflanzenwelt ist dabei extrem hoch, weil es sich bei den Flächen von Wilmars Gaerten nicht um künstlich angelegte Blühstreifen handelt, sondern um ungewöhnlich strukturreiche, extensiv bewirtschaftete Flächen. Auf solchen Flächen können sich insbesondere die wertvollen lokal angepassten Arten über Jahre und Jahrzehnte ausbreiten und entwickeln.
Für uns als Schule für Obstbaumpflege und die Teilnehmenden ist zudem spannend, dass Wilmars Gaerten die Obstbäume auch beerntet. Maria beliefert Restaurants in Berlin und ist zweimal die Woche auf dem Markt am Karl-August-Platz in Berlin-Charlottenburg und hat einen Hofladen in Berlin-Schöneberg.
Neben den Obstbäumen hat Wilmars Gaerten noch so einiges zu bieten, das weit über den Streuobstbestand hinausgeht. Der Betrieb umfasst insgesamt 360 Hektar Acker- und Grünland sowie rund 80 Hektar Wald – und das auf denkbar schwierigem Untergrund. Die Bodenpunkte liegen zwischen 13 und 35, es sind sandige, humusarme Brandenburger Böden mit wenig Niederschlag. Die Landwirt*innen der Region sind gezwungen, sich in besonderem Maße mit dem Klimawandel auseinanderzusetzen. Das ist eine große finanzielle, aber auch psychische Herausforderung, weil durch extreme Trockenheit ein Großteil der Ernte einem ständigen, vollkommen unberechenbaren Risiko ausgesetzt ist. Maria und das Team von Wilmars Gaerten müssen sich neben dem landwirtschaftlichen Alltag also widrigsten Bedingungen aussetzen. Nach Jahrzehnten unter dem Einfluss einer sich entwickelnden industriellen Landwirtschaft muss der gesamte Flächenbestand des Betriebs umgebaut werden, neue Konzepte müssen entwickelt, und ausprobiert, mit alten kombiniert und an den eigenen Standort angepasst werden.
Auf den Ackerflächen wird pfluglos und in Direktsaat gearbeitet, angebaut werden Getreide, Leguminosen, Nüsse, Obst und Dauerkulturen. Über den ganzen Betrieb verteilt wurden inzwischen rund 200.000 Bäume in etwa 35 Arten gepflanzt. Neben dem Streuobstsystem gibt es ein großflächiges silvoarables System mit Pappeln: Jeweils vier Pappelreihen bilden einen Streifen, dazwischen liegen je nach Standort ca. 30 Meter Ackerfläche. Gepflanzt wurde im Mai 2020 mit sieben verschiedenen Sorten. Die Pappeln liefern Biomasse, Windschutz und langfristig zusätzliche Wertschöpfung. Auf den größeren Schlägen weidet eine ganzheitlich geführte Highland-Mutterkuhherde. Ergänzt wird alles durch Wasserrückhaltestrukturen in der Landschaft und eine ganzbetriebliche Strategie zum Humusaufbau. Wilmars Gaerten ist offiziell als Demonstrationsbetrieb Agroforstwirtschaft gelistet und gehört damit zu den Pionieren der klimaresilienten Landwirtschaft.
Herzstück des Betriebs ist ein 5 Hektar großer Market Garden, der konsequent ohne Bodenbearbeitung bewirtschaftet wird – kein Pflug, keine Fräse, kein Zweiachser. Auch hier ist Agroforst mitgedacht: Die einzelnen Beetblöcke sind von Gehölzstreifen mit Obstbäumen, Beerensträuchern, Hecken, mehrjährigen Kräutern und Blühpflanzen gerahmt. Diese lebenden Ränder schaffen Windschutz, Mikroklima und Lebensraum und machen aus der Gemüsefläche ein ökologisch dichtes Mosaik. Dazu kommen Kräuter- und Blumengärten, deren Erträge ebenfalls auf den Berliner Märkten landen.
Wir stehen mit unseren Kursen also nicht bloß auf einer isolierten Streuobstwiese, sondern mitten in einem durchdachten landwirtschaftlichen Gesamtsystem unter klimatischen Extrembedingungen. Für alle, die sich über den Obstbaumschnitt hinaus für Landwirtschaft interessieren, wie Obstbäume in eine klimaangepasste Landwirtschaft eingebettet werden können und wie unterschiedlich Landwirt*innen mit der Lebensmittelproduktion für den Großraum Berlin umgehen, ist Wilmars Gaerten ein toller Ort. Wir freuen uns sehr!
Wir schicken euch vor jedem Kurs eine E-Mail mit dem Treffpunkt. Der hier angegebene Ort, dient nur der Orientierung.
Adresse: Wilmars Gaerten, Gesellschaft Märkische Kulturlandschaft e.V., Alte Parkstraße 2, 14959 Trebbin, Ortsteil Märkisch Wilmersdorf
Mit dem ÖPNV von Berlin Hauptbahnhof
Mit dem Auto:
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Ihr könnt die einzelnen Orte antippen, für weitere Informationen.
Landhotel Löwenbruch
Alt-Löwenbruch 57
14974 Ludwigsfelde-Löwenbruch
Enfernung zum Kursort 6,5km (ca. 20 Minuten mit dem Rad.)